XP-Installation Teil 1

 

Windows XP Installation

Diese Anleitung erläutert die notwendigen Schritte, um Windows XP auf einem PC zu installieren. Sie richtet sich an Anfänger, die das noch nie gemacht haben, aber auch an erfahrene Anwender, die vielleicht den einen oder anderen Kniff erfahren können. Ein wesentliches Augenmerk liegt dabei darauf, das System von Anfang an mit einer grundlegenden Sicherheit auszustatten, damit der erste Ausflug ins Internet mit dem frisch installierten System nicht zum Alptraum wird.

Vorbemerkungen

Seit der erste IBM-PC das elektrische Licht der EDV-Welt erblickt und die ‘Personal Computer’ ihren Siegeszug in Heim und Büro angetreten haben, hat sich viel getan. Die Leistung wurde verbessert, neue Funktionen hinzugefügt und vieles mehr. Die Bedienung wurde dank den grafischen Benutzer-Oberflächen deutlich einfacher und auch die Installation eines Betriebssystems, etwa von Windows XP, ist keine so grosse Hexerei mehr.

Angesichts der zunehmenden Zahl von Viren, Würmern und anderer Schadsoftware (auch Malware genannt) und der fast täglichen Meldungen über neue Bedrohungen, Sicherheitslücken und so weiter, gilt es jedoch, einige Dinge zu beachten, damit man nicht unmittelbar nach der Installation des Betriebssystems von Malware befallen wird. Daher beginnt diese Anleitung nicht bei der Installation, sondern schon vorher. Mit einer Übersicht, was für die saubere Installation benötigt wird:

- Windows XP Betriebssystem-CD

- CD mit dem Service Pack 3 für XP, welches man hier herunterladen kann. Es ist ca. 313MB gross. Man kann bei Bedarf über ‘Sprache ändern’ das Service Pack in einer anderen Sprache herunterladen, z.B. auf englisch. Wem das zuviel zum Herunterladen ist, kann bei Microsoft kostenlos eine CD bestellen. Oder man hält Ausschau nach PC-Zeitschriften, die das Service Pack auf der Heft-CD mitbringen. Die Service Packs sind ‘kumulativ’. Das heisst, dass die bisherigen Updates enthalten sind. Allerdings ist beim SP3 ein installiertes SP1 oder SP2 Voraussetzung.

- Sämtliche Treiber für Grafikkarte, Chipsatz und sonstige Hardware, die im Rechner steckt. Diese Treiber ebenfalls auf CD brennen oder so. Wichtig ist, dass man sie später, wenn Windows installiert ist, gleich zur Hand hat. Wenn man nicht genau weiss, welche Hardware im Rechner steckt, so kann Everest helfen. Man kann auch mit Hilfe eines Treiberbackup-Tools die Treiber aus einem laufenden System herauskopieren. Davon gibt es verschiedene Varianten, ein Beispiel für so ein Programm ist WinDriversBackup.

Microsoft rüstet die Service Packs und seit einiger Zeit auch neuere Patches und Updates mit einer Technik aus, die ‘Slipstream’ genannt wird. Dadurch kann man das Service Pack oder die Patches mit Hilfe eines speziellen Parameters in die Dateien der Betriebssystem-CD integrieren. Eine Anleitung, um das Service Pack 2 in die Windows XP-CD zu integrieren, findet man hier. Es empfiehlt sich, so eine Slipstream-CD zu erstellen. In dieser Anleitung wird so eine Slipstream-CD für die Installation verwendet.

Der normale Windows-Setup bietet leider kaum Möglichkeiten, zu beeinflussen, was alles installiert wird und was nicht. Doch zum Glück gibt es trotzdem Möglichkeiten, Einfluss zu nehmen. Da gibt es einerseits die von Microsoft auch offiziell unterstützte Variante des Unattended Setup. Dabei werden dem Setup mit Hilfe einer Textdatei, die man auf der CD selber unterbringen oder auch mittels einer Diskette zuführen kann, diverse Parameter übergeben. Eine andere Möglichkeit ist nLite. Mit diesem Tool, welches die Installation des Microsoft .NET-Framework voraussetzt, kann man sich eine Installations-CD erstellen, bei der die Komponenten, die man nicht installieren will, gleich ganz entfernt werden. Dadurch spart man Platz, sowohl auf der CD, als auch beim später installierten System. Auch eine Integrierung des aktuellsten Service Packs kann man damit vornehmen.

Installation

Da sämtliche Treiber, Service Pack und alles andere, was so benötigt wird, auf CDs oder anderen Medien griffbereit liegt, wird vorerst keine Internet-Verbindung benötigt. Daher trennen Sie am besten jegliche Verbindung des Rechners zum Internet, indem Sie das Kabel ausstecken.

Als erstes legen Sie die Windows XP-CD ins CD-ROM-Laufwerk. Um von dieser CD booten zu können, muss das CD-ROM als erstes Bootlaufwerk eingestellt werden. Dazu müssen Sie ins BIOS oder System Setup. Es gibt verschiedene Varianten, wie man ins BIOS gelangt. Bei manchen Rechnern muss man die Taste ‘ENTF‘ bzw. ‘DEL‘ drücken. Bei anderen ist es ‘F1‘, ‘F2‘, ‘F8‘ oder auch ‘F10‘. F10 ist vor allem bei Compaq-Maschinen die Taste der Wahl. In der Regel wird nach dem Einschalten, während der sogenannte POST (Power On Self Test) abläuft und u.a. der Speicher hochgezählt wird, am Bildschirm angezeigt, mit welcher Taste man den System Setup aufrufen kann. Wenn nichts angegeben ist, hilft vielleicht ein Blick ins Handbuch des Computers oder des Mainboards. Ansonsten kann auch das BIOS-Kompendium für Informationen sowie Tips und Tricks zu BIOS-Einstellungen aller Art konsultiert werden.

Das BIOS könnte ungefähr so aussehen (Dies ist nur ein Beispiel):

Hauptseite des BIOS-Setup

Hauptseite des BIOS-Setup

Im Menü Boot findet sich in diesem Beispiel die Einstellung für die Bootreihenfolge:

Boot-Reihenfolge im BIOS-Setup

Boot-Reihenfolge im BIOS-Setup

Mit der Pfeil-Hoch oder Pfeil-Runter Taste wird der Eintrag ATAPI CD-ROM Drive ausgewählt. Danach verschiebt ihn ein Drücken der Plus-Taste (+), z.B. auf dem Zahlenblock der Tastatur, nach oben. Sobald das CD-ROM an erster Stelle steht, beenden Sie den System Setup mittels Save and Exit. In diesem Beispiel geht das mit der Taste F10.

Falls auf dem System noch ein lauffähiges Betriebssystem gefunden wird, erscheint als erstes diese Abfrage:

CD-Start

CD-Start

Durch drücken einer Taste, z.B. Enter, veranlasst man den Start von CD. Danach erscheint die folgende Meldung:

Die Hardware wird untersucht

Die Hardware wird untersucht

Wenn Ihre Hardware in Ordnung ist, wechselt der Bildschirm die Farbe. Er wird blau:

SCSI/RAID-Treiber

SCSI/RAID-Treiber

Falls Sie Treiber für einen SCSI- oder RAID-Controller benötigen, drücken Sie an dieser Stelle die Taste F6. An dieser Stelle können Sie auch Treiber für einen SATA-Controller hinzufügen, ohne den die Installation bei aktuellen PCs nicht immer funktioniert.

——- SCSI-/RAID-Treiber ——-

Zusätzlichen Treiber laden

Zusätzlichen Treiber laden

Drücken Sie Z, um den Treiber von Diskette zu laden.

Hinweis: Es kann vorkommen, dass zu diesem Zeitpunkt eine andere Tastaturbelegung geladen ist. Das bedeutet, dass der Buchstabe Z möglicherweise woanders liegt. Bei der US-englischen Tastaturbelegung wäre es mit dem Buchstaben Y vertauscht.

raid2

Die Treiber-Diskette wird angefordert

Legen Sie die Diskette gemäss Aufforderung ein und drücken Sie Enter.

——- SCSI-/RAID-Treiber ——-

Ausserdem ist dies der Moment, um F5 zu drücken, falls Sie einen Standard-PC (keine ACPI-Unterstützung) installieren wollen oder um den Treiber für einen speziellen Computertyp von Diskette zu laden.

Computertyp

Computertyp

Wenn alles klappt, folgt die erste Auswahl:

Willkommen zum Setup

Willkommen zum Setup

Die Informationen, die während dem Setup am Bildschirm erscheinen, sind logisch aufgebaut und verständlich formuliert. Wenn man die Informationen aufmerksam liest, ergibt sich das weitere Vorgehen eigentlich von selbst. Meist stehen zwei oder mehr Sachen zur Auswahl und als letzte Option ist immer die Möglichkeit aufgeführt, den Setup zu beenden. Wenn man an dieser Stelle die Taste R für die Reparatur wählt, wird die sogenannte Reparaturkonsole geladen. Da der Umgang mit dieser Konsole nicht ganz trivial ist, sollte das nur jemand machen, der sich damit auskennt. Da es hier aber um die normale Installation von Windows XP geht, ist die Eingabetaste (im folgenden Enter) zu drücken.

EULA

EULA

Es erscheint der Endbenutzer-Lizenzvertrag (EULA steht für End User License Agreement). Mit F8 stimmen Sie der EULA zu.

Partitionsliste bei leerer Festplatte

Partitionsliste bei leerer Festplatte

In diesem Dialog werden alle Festplatten mit allen Partitionen, die Windows erkennen kann, aufgelistet. Folgende Tips für verschiedene Situationen:

Wenn die Festplatte noch komplett neu ist, erscheint sie leer wie hier. In diesem Fall erstellt man an dieser Stelle nur eine Partition, nämlich die Systempartition (meistens C:). Drücken Sie E, um eine Partition in der gewünschten Grösse zu erstellen.

Wenn bereits Partitionen vorhanden sind, weil man das System frisch aufsetzen möchte, kommt es darauf an, was man tun will. Falls auf mindestens einer Partition noch Daten existieren, die erhalten bleiben sollen, sollten Sie keine der aufgelisteten Partition löschen. Einfach die Partition, auf die XP installiert werden soll, auswählen (vermutlich C:) und Enter drücken..

Wenn Partitionen vorhanden sind und alle gelöscht werden sollen, kann man das hier tun. Anschliessend richtet man eine Partition in der gewünschten Grösse ein, genau wie im erstgenannten Fall einer neuen Harddisk. Die restliche Kapazität bleibt an dieser Stelle ungenutzt. Die weitere Partitionierung kann man nach der Installation in der Datenträgerverwaltung vornehmen.

Eingeben der Partitionsgrösse

Eingeben der Partitionsgrösse

Hier kann man die Grösse, die die Partition erhalten soll, in MByte eingeben. Ggf. muss die NumLock-Taste gedrückt werden, um den Zahlenblock verwenden zu können. Ansonsten einfach die Zahlenreihe oberhalb der Buchstaben verwenden. Im Beispiel wird C: mit 3GB eingerichtet.

Hinweis: Wenn Sie FAT als Dateisystem verwenden wollen, können Sie eine Partition maximal 32GB gross machen. Da hat Microsoft eine Begrenzung eingebaut. Falls Sie eine Partition grösser als 32GB mit FAT einrichten und nutzen wollen, müssen Sie das mit Hilfe einer anderen Software, z.B. mit Hilfe von FDisk von einer Windows 98-Bootdiskette, erledigen. Allerdings ist FAT ein unzuverlässiges und instabiles Dateisystem. Zudem ist es bei solch grossen Partition extrem verwschwenderisch. NTFS ist als Dateisystem deutlich zuvelässiger und robuster, da es sich um ein sogenanntes Journalling Filesystem handelt. Daher würde ich empfehlen, NTFS zu verwenden, wann immer es möglich ist. Weitere Informationen zu den Möglichkeiten der Dateisysteme finden Sie demnächst in der Fortsetzung dieser Anleitung, in der die Konfiguration beschrieben wird.

Partitionsliste nach dem Erstellen einer Partition

Partitionsliste nach dem Erstellen einer Partition

Wir sind zurück im vorherigen Dialog. C: ist ausgewählt. Drücken Sie Enter, um Windows XP zu installieren.

Dateisystem und Formatierungsart auswählen

Dateisystem und Formatierungsart auswählen

Nun möchte Setup wissen, ob die Partition mit NTFS oder FAT formatiert werden soll. Falls die Installation auf eine Partition erfolgt, auf der bereits ein anderes Betriebssystem liegt, wird die Auswahl hier etwas anders aussehen:

Vorhandene Installation

Vorhandene Installation

Drücken Sie hier ESC, um Windows frisch zu installieren. Mit R könnten Sie allenfalls eine beschädigte Installation zu reparieren versuchen, was aber nicht Thema dieser Anleitung ist.

Vorhandene Installation

Vorhandene Installation

Der Setup ist hartnäckig. Was aber auch sinnvoll ist. So hat man eine letzte Gelegenheit, die getroffene Wahl zu korrigieren. Wenn alles klar ist, drücken Sie I.

Dateisystem und Formatierungsart auswählen bei vorhandenem System

Dateisystem und Formatierungsart auswählen bei vorhandenem System

Um Windows XP frisch zu installieren, sollten Sie auf jeden Fall eine Option wählen, bei der die Partition formatiert wird. Wobei im Normalfall die Schnellformatierung völlig ausreicht.

Daraufhin wird die ausgewählte Partition formatiert:

Formatierungsvorgang

Formatierungsvorgang

Nach der Formatierung werden die Installationsdateien kopiert:

Die Installationsdateien werden kopiert

Die Installationsdateien werden kopiert

Danach wird der Rechner neu gestartet.

 Date Posted: 17 May 2009 @ 02 37 PM
Last Modified: 27 Jul 2009 @ 07 03 PM
Posted By: admin
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Responses to this post » (3 Total)

 
  1. Mausepaul says:

    Danke für die Mühe die Du Dir hiermit gemacht hast.
    Sehr,sehr hilfreich – neben mir werden Dir sicher auch andere
    “Semiprofis” die Pfote lecken.
    Gruß
    Mausepaul

  2. How soon will you update your blog? I’m interested in reading some more information on this issue.

  3. admin says:

    Sorry, I don’t know. Right now, I have some things to do which are more important.

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